Gedenkort Bobingen

Gedenkort Bobingen

Gegen das Vergessen, für das Erinnern

Erinnerung als Verantwortung

„Unsere Verantwortung ist es, […] nie mehr zuzulassen, dass Menschsein abhängig gemacht wird von Rasse oder Herkunft, von Überzeugung oder Glauben, von Gesundheit oder Leistungsfähigkeit. Nie mehr zuzulassen, dass unterschieden wird zwischen lebenswertem und nicht lebenswertem Leben. […] Dazu müssen wir uns erinnern. Nur wer sich erinnert, kann Gefahren für die Zukunft bannen.“ — Bundespräsident Roman Herzog, 27. April 1995, Bergen-Belsen

Auch in Bobingen hinterließ die Zeit des Nationalsozialismus tiefe Spuren. Zwangsarbeit, politische Verfolgung, Deportation und die Ermordung von Menschen mit Behinderung oder psychischen Erkrankungen gehören zu den dunkelsten Kapiteln dieser Geschichte.
Der Kunstverein Bobingen, Bobingen ist bunt e. V., das Stadtarchiv und das Kulturamt der Stadt Bobingen haben es sich zur Aufgabe gemacht, diese Erinnerungskultur zu bewahren und für kommende Generationen lebendig zu halten. Als gemeinsames Projekt entstanden:

  • Gedenkort am Städtischen Friedhof Bobingen (Kunstinstallation/Bruno Wank),
  • Ausstellung „Gegen das Vergessen“ im Unteren Schlösschen (23. April bis 11. Juni 2023)
  • Broschüre „Gegen das Vergessen“
  • Verlegung von „Stolpersteinen“ (Kunstinstallation/Gunther Demnig)

Polieren gegen das Vergessen

Der Gedenkort mit einer Installation von Bruno Wank

Am städtischen Friedhof in Bobingen erinnert ein Kunstwerk an die Opfer des Nationalsozialismus.

Eine runde Messingscheibe ziert die Außenwand der Aussegungshalle. Die Oberfläche ist bewusst nicht blank, sondern sie läuft stetig weiter an: Sie soll von den Menschen vor Ort poliert werden, damit das Erinnern buchstäblich sichtbar bleibt. Das Polieren steht sinnbildlich für das bewusste Auseinandersetzen mit der Vergangenheit – für das „Wachhalten“ der Erinnerung.
So entsteht ein Ort des Gedenkens, aber auch der aktiven Teilnahme: Erinnerung wird zu einer Handlung, nicht zu einem Ritual.

Der Bildhauer Bruno Wank gewann 2023 den von der Stadt Bobingen gemeinsam mit dem Kunstverein ausgeschriebenen Wettbewerb.

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Wanderausstellung

Die Ausstellung „Gegen das Vergessen“

Im Frühjahr 2023 fand im Unteren Schlösschen die Ausstellung „Gedenkort Bobingen – Gegen das Vergessen“statt. Sie erzählt anhand von Fotografien, Zeitdokumenten und Archivmaterial von den Schicksalen Bobinger Bürgerinnen und Bürger, die Opfer national-sozialistischer Gewalt wurden.

Im Mittelpunkt der Ausstellung standen Menschen, die als Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter nach Bobingen kamen, ebenso wie politische Verfolgte und Opfer der sogenannten „Euthanasie“-Verbrechen.
Ihre Lebensgeschichten wurden aus historischen Quellen, Akten und Archivrecherchen rekonstruiert – soweit dies nach über acht Jahrzehnten noch möglich war.

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Broschüre „Gedenkort Bobingen“

Die Menschen hinter den Zahlen der Opfer

Begleitend zur Ausstellung ist eine Broschüre entstanden, die die bisher bekannten Schicksale Bobinger Opfer dokumentiert. Sie will diese Biografien dem Vergessen entreißen und die Erinnerung an die Menschen wachhalten, die durch das NS-Regime entrechtet, verfolgt oder ermordet wurden.
Die Recherchen verstehen sich als offenes Projekt – unvollständig, aber aufrichtig in der Suche nach Spuren und Stimmen, die lange zum Schweigen gebracht waren.

Die Broschüre ist kostenlos über das Kulturamt der Stadt Bobingen erhältlich.

Download-Datei: Gedenkort_Bobingen_Broschuere_2023_Web

 

Angebot für Schulen

Mit lokalem Geschichtsbezug Erinnerungskultur gestalten

Das Kunstwerk am Gedenkort lädt dazu ein, das Erinnern aktiv zu gestalten. Im Rahmen von Projekten oder Unterrichtsbesuchen können Schulklassen gemeinsam an der Messingscheibe polieren – ein bewusstes, gemeinschaftliches Zeichen gegen das Vergessen.

Wie beim Besuch unserer Ausstellungen im Unteren Schlösschen unterstützen wir Lehrkräfte gerne bei einer kurzen Einführung und beim gemeinsamen Gespräch vor Ort. So wird Erinnerung erfahrbar, greifbar und bleibt Teil des gegenwärtigen Lernens.

Für mehr Infos wenden Sie sich gern an das Kulturamt der Stadt Bobingen oder den Kunstverein.

Aktuelles rund um den Gedenkort Bobingen

Eingeweiht wurde der Gedenkort Bobingen im Januar 2024 am städtischen Friedhof Bobingen. Werden Sie aktiver Teil der Erinnerungskultur, besuchen Sie den Gedenkort und polieren Sie die Messingoberfläche des Kunstwerks von Bruno Wank. Setzten Sie dem natürlichen Oxidationsprozess aktiv etwas entgegen  – helfen Sie die Geschichte vor Verschleierung und Vergessen zubewahren bringen Sie das Andenken an die Menschen, denen Unrecht geschehen ist zum glänzen.

Ripples across the Pond | Bruno Wank

Ripples across the Pond | Bruno Wank

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Ausschreibung Kunstwettbewerb der Stadt Bobingen

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Gedenkort Bobingen

Gedenkort Bobingen

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